Der Strom aus der Pflanze (und aus Bakterien und anderen)
Strom aus dem Blumenkasten oder dem Abwasserklärwerk? In Zukunft realistisch denkbar.Vielversprechende Studien und Forschungen befassen sich mit der Bioelektrizität bei Pflanzen und Bakterien durch Photosynthese oder speziell bei Bakterien durch Umwandlung von Zuckerstoffen, Stärke und organischen oder chemischen Abfallstoffen.
Die Stromerzeugung dürfte dann größtenteils durch pflanzliche oder bakteriologische Zuchtfarmen erfolgen. Vermutlich mit Flüssigkeitsnährlösungs-Tanks oder mittels großer Etagen von Zuchtplatten mit Nähr-Gelen als Träger - inklusive der nötigen Anschlüsse zur Ableitung der erzeugten Elektrizität.*
Bio-Strom durch die Blume?
Fritz B. Prinz (Stanford Universität) und Arthur R. Grossman (Carnegie Institut Washington und Stanford Uni), beide US-amerikanische Wissenschaftler, befassen sich zum Beispiel mit der Erzeugung vom Strom durch Photosynthese:
"Once energy can be extracted from singe cells, efforts will be expanded to create cell arrays. Collections of cells pre-oriented by a light stimulus would be embedded in a hydrogel matrix layer for ease of manipulation. This layer will be assembled with an micro-probe electrode array linked to the cells chloroplasts. Electricity generated by panels of these oriented populations of algal cells could contribute to clean bioenergy production." **
Forschung ist weit vorn
Die beiden Wissenschaftler publizierten erste Studien bereits im Jahr 2005, die Forschung geht jedoch weiter. Und die Ergebnisse dieser und anderer Forscher im internationalen Raum sind vielversprechend. Es ist jedoch davon auszugehen, dass eine breitflächige globale Umsetzung erst nach weiter angestiegenen Erdöl- und Energiepreisen erfolgen wird (noch verdienen die Energie-Konzerne genug mit herkömmlichen Fossilenergieträgern und den "klassischen neuen" Energien). Erst wenn die alten Energieträger selbst für die großen Volkswirtschaften zu kostenintensiv geworden sind, wird man auch weltweit einen raschen Wechsel vornehmen. Nur einzelne Staaten in Asien, Skandinavien oder Lateinamerika mögen jedoch möglicherweise schon früher die Poleposition bei den ersten Schritten zur Bioelektrizität einnehmen.
Gute Zeiten für die Branchen Pharma, Bio- und Gentechnologie
Bis dahin werden die Branchen Pharma, Bio- und Gentechnologie ein massives Wirtschaftswachstum erleben. Denn das nötige Know-how ist bei den Unternehmen dieser Branchen. Sie werden die von der Menscheit benötigten und geforderten Ziele in Energie und Materialerzeugung schnell erreichen.
Prognose: 2010 und 2020
Wir prognostizieren den Beginn der ersten Erzeugungsfarmen für die Jahre nach 2010, den Anfang der massiveren Nutzung ab dem Jahr 2020. Diese Zeitpunkte decken sich in etwa mit einem dann sichtbaren Wandel in Wirtschaft und Energie-Politik, bedingt durch nicht mehr tragbare Kosten bei der Förderung der fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle.
Und danach...?
Dann kommt der Sand ins Spiel: Silizium. ***
* Neben Elektrizität lassen sich mithilfe von Bakterien und einigen Algen auch andere Energieträger wie Wasserstoff und den fossilen Treibstoffen verwandte Treibstoffe wie Methan, Alkohole oder Öle und andere erzeugen.
Auf dem selben Wege können später auch in großem Umfang Kunststoffe (für Materialien, Bekleidung, Farben, etc.), Pharmazeutica und andere Materialien produziert werden, ebenfalls großteils durch oben benannte bakteriologische Zuchtfarmen zur Erzeugung von Energieträger-Stoffen und verflüssigten Material-Lösungen.
** Zitat aus der Studie "Monitoring and Accessing Cellular Photosynthesis Electrical Energy for Bioelectricity" von Fritz B. Prinz (Mechanical Engineering and Materials Science, Stanford University/USA) und Arthur R. Grossman (Abteilung Pflanzen-Biologie, Carnegie Institution of Washington and Department of Biological Sciences, Stanford University/USA)
*** Energie aus Sand: Auch der Sandgrundstoff Silizium ist als Quelle zur Energieerzeugung nutzbar. Die in Silizium gespeicherten Energien sind hochkonzentriert, die Resultate immens - und auch sehr explosiv. Sand und dessen Basis Silizium sind auf der Erde nahezu unbegrenzt vorhanden. Die Verwertbarkeit steckt jedoch allem Anschein nach noch in den Kinderschuhen (vorbehaltlich der noch nicht publizierten Erfolge).
Bereits seit 2001 ist jedoch bekannt, dass aus natürlichem Siliziumoxid gewonnenes Rohsilizium zu Ölen und Kunststoffen verarbeitet werden kann. Silizium hat somit das Potential, nach dem Zeitalter der fossilen Energien Erdöl, Kohle und Erdgas und einer Anfangs- und Übergangsphase der Entdeckung der ökologischen und bioelektrischen Energien zum Energielieferanten des ausgehenden 21. und beginnenden 22. Jahrhunderts zu werden.

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
Noch keine Kommentare
Kommentar schreiben