Online-Shopping - Gewinne geringer als gedacht?

Geschäftserlöse der Online-Shopping-Handelshäuser wesentlich geringer als kommuniziert.

Aktuelle Recherche-Ergebnisse zeigen eine aufschlussreiche und vielleicht auf den ersten Blick überraschende Entwicklung: Die Geschäftserlöse der Internet-Handelshäuser für Online-Shopping fallen anscheinend wesentlich geringer aus als kommuniziert.

Die Aussagen waren widersprüchlich.

Die IMRG (Interactive Media in Retail Group - www.imrg.org), in der unter anderem American Express, Google, Amazon oder PayPal vertreten sind, wies beispielsweise für 2007 einen Ertragssprung im Online-Shopping bei über 50% aus.
Gegenrecherchen, z.B. vom Analysten Point Topic (Nutzung von Internet und Breitbandanbindungen), ergeben ein eher gemäßigteres Wachstum.

Zwar gehen mehr Menschen von zuhause aus online, aber das Wachstum der Online-Käufe bewegt sich laut verschiedener Umfragen und Recherchen eher in Richtung 5% als in Richtung der von der Branchenvereinigung IMRG errechneten 50% Wachstum.

Und selbst die starkes Wachstum veranschlagenden Schätzungen widersprechen einander. Das renommierte Handels-Analystenhaus Verdict Research (www.verdict.co.uk), Schwerpunkt GB und EU, schätzt das Wachstum für 2007 im Online-Shopping in England auf 37%. IMRG dagegen publizierte einen Monat vor der Veröffentlichung durch Verdict Research eine Wachstumsquote von 50.5% allein schon für das erste Quartal 2008.

Hierzu der britische Analyst Tim Johnson (Point Topic): “Die IMRG-Zahl erscheint mir viel zu hoch angesetzt. (...) Als würden die Konsumenten eins von fünf Pfund via Internet ausgeben.”

Die bisherigen Trendrecherchen differieren zu den publizierten hohen Ergebnissen.

Heutzutage kaufen annähernd 70% der Haushalte mit Internetzugang in Europa auch online ein. Unter diesen sinkt der Anteil der Käufer kleiner Einzelprodukte (z.B. CDs, DVDs: 60% 12/2006 auf 54% 01/2008).

Die Einkaufs- und Ausgabemuster sind annähernd gleich geblieben: Die meisten Menschen geben online weniger als 35 EUR/Monat aus.

Dafür scheint das Wachstum größerer Ausgaben zu steigen, beispielsweise für Einrichtungsgegenstände oder Autos. Etablierte Online-Handelshäuser weisen weiterhin gute Umsatzraten auf, das Onlinegeschäft im ganzen bewegt sich jedochh etwas mehr in die Mitte, weg von den eher kleineren niedrigpreisigeren Konsumgütern.

Die allgemein kommunizierten hohen Wachstumsraten in Erlösen bei von 35%-50% sind folglich nicht haltbar. Dabei waren sicher nennenswerte Anteile von Anfang an statistische "Kosmetik" - Es ist jedoch ebenso ein Wandel im Onlinegeschäft zu spüren. Höherpreisige Konsum-Produkte und weitere Güter werden zunehmend auch online gehandelt. Zu niedrigpreisige Produkte verlieren an Gewicht. Der Online-Markt gleicht sich mehr und mehr dem traditionellem "Offline-"Handel an.

(Quellen: trendquest, Verdict Research, Point Topic, IMRG und weitere eigene )

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